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Chronik der Wiesenäckersiedlung

  1933

Grundstücks-Teilerwerb die die Gemeinde Grötzingen (Bürgermeister Franz Scheidt) von den Berlin-Karlsruher Industriewerken zu 0,50 RM/qm für den Bau der Wiesenäckersiedlung

1934

Bewilligung von 47.190 RM durch Deutsch Bau- und Bodenbank für 20 Siedlerstellen. Bedingungen: 3jährige Bewährungszeit für die jeweilige Siedlerfamilie, bis dahin nur gemietet. Jahresbelastung des Siedlers nicht über 200 -230 RM; Erhöhung des Pfinz-Hochwasserdamms einschl. Pfinzkorrektur bis zur Fertigstellung der Wiesenäckersiedlung. Grundstücke wurden im Losverfahren den Käufern zugeteilt. Fertigstellung der ersten 20 Anwesen gemeinsam von den Siedlern in Eigenarbeit errichtet, ohne Wasser, ohne Strom. Die Straßen und Wege waren nicht befestigt.

1935

Gründung der Wiesenäckersiedlung und der Siedlergemeinschaft Grötzingen.

Erster Gemeinschaftsleiter Gustav Keppler.

1935 - 1938

Weitere 46 (von insgesamt 66) Siedlungshäuser wurden in derselben Art und Weise wie die ersten 20 Häuser gebaut. 1935 wurden 24 Siedler schon Eigentümer, da die Gemeindesparkasse Grötzingen als Darlehensgeber auf eine „Bewährungsfrist“ verzichtet hatte.

1937

Weiterer Grundstückskauf durch die Gemeinde Grötzingen (Bürgermeister Franz Scheidt) von den Erben des Karlsruher Gastwirts August Kurz für 1 RM/qm.

1938

Erhielten die Siedler die durch die Deutsche Bau- und Bodenbank finanzierten Grundstücke als Eigentum.

1941

Stilllegung von 6 (insgesamt 11) Brunnen wegen verunreinigtem Wasser. Sie waren in den Vorgärten verschiedener Häuser angelegt. Die Siedler holten dort mit Eimern Wasser für Ihren Bedarf.

1944

Durch eine Luftmine der Alliierten wurden zahlreiche Häuser in der Siedlung schwer beschädigt. Fast alle Fenster und Türen gingen zu Bruch und Dächer wurden abgedeckt.

1945

Franzosen besetzen Grötzingen/Wiesenäckersiedlung. Es kommt zu Plünderungen (Eier, Hühner, Enten, Hasen). 3 Monate später lösen die Amerikaner die Franzosen ab. 45 Häuser in der Siedlung werden beschlagnahmt. Die Familien werden im Ort in fremde Wohnungen eingewiesen. Nach 6-8 Wochen endet die Beschlagnahme.

1948

Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung. Frischwasserleitungen wurden in die Häuser verlegt

1957-1960

Verkauf von Vorgarten-Grundstücksteilen an die Gemeinde für die Anlage von Straßen/Gehwegen in Wiesen- und Brückenäckerweg (Kaufpreis 10 DM/qm) Die Erschließungskosten wurden nach hartem Kampf auf 50% des ursprünglich geforderten Beitrags reduziert.

Ab 1960

Erweiterung der Siedlungshäuser durch An-/Umbauten. Abriss vieler Siedlungs-Häuser und Bebauung der Grundstücke mit Mehrfamilienhäusern.

1964

Anschluss an die öffentliche Entwässerung. Die „Gruben“ waren überflüssig.

1974

Veränderung des Siedlungscharakters durch den Bau eines Hochhauses.

1975

Wohnpark im Speitel wird erschlossen, nördlicher Siedlungsnachbar.

1980

Erschließung der Unteren Au, östlicher Siedlungsnachbar.

1982

Errichtung einer Lager- und Gerätegarage für die Siedlergemeinschaft.

1992

Einrichtung der Straßenbahn-Haltestelle „Oberausstraße“ im Zug des Ausbaus des Straßenbahnnetzes der KVV bis Pforzheim.

1992-1995

Für die Erweiterung des Stadtbahnnetzes werden Teile der Gartengrundstücke (im hinteren Bereich) von den Siedlern des südlichen Wiesenäckerwegs an die KVV verkauft.

1994 - 1996

Untertunnelung der Augustenburgstr./B10. Steigerung der Lebensqualität für die meisten Siedler des südlichen Wiesenäckerweges durch Schallschutzwand.

1999

Der Bahnübergang an der Oberausstraße wird geschlossen und durch eine Fußgängerbrücke ersetzt. Die bisherige Straßenunterführung ist nur noch für Fußgänger nutzbar. Eine neue, breitere und höhere Unterführung unter der Stadtbahnline KA-Bretten wird gebaut.

Versuch der Stadt Karlsruhe den Wiesenäckerweg Richtung „Untere Au“ für den Kfz-Verkehr zu öffnen, was am erbitterten Widerstand der Siedler und der Bewohner der Unteren Au scheitert.

2004

Wegzug von TCG-Herrmann. Die Nahversorgung der Siedlung wird verbessert. Edeka, Post und Bäckerei Nussbaumer beziehen ein leerstehendes Gebäude und LIDL erstellt eine neue Filiale.

2005

Einrichtung der Straßenbahnhaltestelle Krappmühlenweg mit Wegfall des Bahnübergangs. Errichtung einer Fußgängerbrücke Rodbergweg/Grenzweg.

2008

Der Wiesenäckerweg erhält eine neue, Energie sparende Straßenbeleuchtung.

2013

Der Nussbaum an der Ecke Wiesenäckerweg/Tullaweg wurde von der Stadt Karlsruhe gefällt. Der Baum war nicht mehr standfest. Als Ersatz findet sich an gleicher Stellen eine Kastanie.